Gemeinsam. Stark. Bayern.
75 Jahre Bestatterverband Bayern

Gründung des Landesfachverbandes Bayern

Niederschrift über die Versammlung süddeutscher Bestattungsunternehmer

Am 25.10.1951 in Kitzingen/Main

Auf Einladung des Fachverbandes des Deutschen Bestattungsgewerbes e.V., Alte Düsseldorf, hatten sich am 25.10.1951 im Hotel „Bayerischer Hof“ in Kitzingen/Main, 15 Bestattungsunternehmer aus Mitteldeutschland versammelt, um über die besonderen beruflichen und fachlichen Fragen in den süddeutschen Ländern, insbesondere über die Gründung von Landesverbänden zur zweckmäßigen Vertretung der gemeinsamen Belange zu beraten.

Nach herzlichen Begrüßungsworten, die der Sohn des Kollegen Schwimmbeck aus Kitzingen den Erschienenen widmete, ergriff der Vorsitzende des Fachverbandes des Deutschen Bestattungsgewerbes, Berufskollege Remmertz, Düsseldorf, das Wort. In längeren Ausführungen schilderte er die Entwicklung des Berufszweiges und erörterte die Probleme, die für die berufliche Betätigung des Bestattungsgewerbes in Erscheinung getreten sind. Er begründete die Notwendigkeit des verbandsmäßigen Zusammenschlusses, der die Vorbedingung dafür sei, daß das Gewerbe auf die Gestaltung der eigenen beruflichen Verhältnisse Einfluß nehmen kann. Durch die Gemeinschaft ließe sich aber auch die Kraft gewinnen, um bestehenden Beeinträchtigungen wirksam zu begegnen. Dies dürfte vor allem für die süddeutschen Kollegen bedeutsam sein, die in vielen Orten besonderen Verhältnissen gegenüberstehen, zu deren Überwindung sie auf eine Förderung durch die Gemeinschaft in besonderem Maße angewiesen seien. Kollege Remmertz gab bekannt, daß von süddeutschen Kollegen bei der Verbandszentrale angeregt worden sei, ähnlich wie in den anderen
Ländern des Bundesgebietes auch für die süddeutschen Kollegen einen festeren organisatorischen Zusammenschluß durch Bildung von Landesverbänden herbeizuführen. Er forderte die erschienenen Bestattungsunternehmer auf, zu dieser an die Verbandszentrale ergangenen Anregung Stellung zu nehmen.

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich alle Anwesenden. Die von den einzelnen gemachten Ausführungen zeigten in aller Deutlichkeit die besonderen örtlichen Schwierigkeiten, durch die eine
freie berufliche Betätigung der süddeutschen Kollegen vielfach gehemmt ist. Übereinstimmend brachten alle Anwesenden zum Ausdruck, daß sie dem Vorschlag auf Bildung von Landesverbänden im süddeutschen Bereich zustimmen und in einem festen organisatorischen Zusammenschluß die Möglichkeit sehen, mit größerem Nachdruck auf eine Beseitigung der in den verschiedenen Orten bestehenden Schwierig-
keiten hinzuwirken.

Die anwesenden Berufskollegen aus Bayern beschlossen daraufhin einstimmig die Gründung eines Landesverbandes Bayern, der den Namen „Fachverband des Deutschen Bestattungsgewerbes, Landesverband Bayern“ führen soll. Zum Sitz des Verbandes wurde München bestimmt.

Die vom Hauptverband vorbereitete Satzung wurde von dem Verbandsgeschäftsführer, Herrn Dr. Fichtler, Düsseldorf, verlesen und von der Versammlung einstimmig angenommen.

In der anschließend vorgenommenen Vorstandswahl wurde der Berufskollege Georg Schmid, Rosenheim, Haustätter Straße 12, gegen 1 Stimme zum Vorsitzenden des Landesverbandes Bayern gewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählte die Versammlung ebenfalls gegen 1 Stimme den Berufskollegen Erwin Sander, Bamberg, Memmelsdorferr Straße 1a. Als weitere Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Johann Bauer, Weiden, Pfannenstielgasse 8 (einstimmig), Berufskollegin Sofie Hill, München 15, Rothmundstraße 5 (gegen 1 Stimme).

Die gewählten Kollegen erklärten sich bereit, das ihnen von der Versammlung übertragene Amt anzunehmen. Der Vorsitzende des Hauptverbandes, Berufskollege Remmertz, verpflichtete sie durch Handschlag, sich nach besten Kräften für die gemeinsamen Belange der Kollegen im Lande Bayern einzusetzen.

Von den anwesenden Kollegen aus Württemberg und Baden erging die Anregung, demnächst auch für diese Länder auf Landesebene einen organisatorischen Zusammenschluß herbeizuführen. Der Berufskollege Vogl, Karlsruhe, erklärte sich bereit, hierfür die entsprechenden Vorbereitungen einzuleiten und insbesondere die Anschriften der in Frage kommenden Berufskollegen der Verbandsgeschäftsstelle zu melden.

Der offizielle Teil der Versammlung wurde daraufhin geschlossen.

29.10.1951

(Quelle: Archiv des Bestatterverband Bayern e.V.)